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Erfolgreich trotz Selbstverlag – Und sollte ich einen Literaturagenten beauftragen?

Ich habe bereits das eine oder andere Mal über das Thema Selbstverlag geschrieben und ein Programmierbuch für PHP Anfänger im Selbstverlag bei Amazon als E-Book und Papierbuch veröffentlicht. Bereits mehrfach wurde ich gefragt, warum ich mir dafür keinen Literaturagenten nehme. Nun, in diesem Fall erkenne ich ganz deutlich: weil ich darin kein gutes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen sehen würde. Das E-Book ist seit mittlerweile knapp einem Jahr (seit Jän. 2012) erhältlich und hat sich laufend in den Verkaufcharts der Computerbücher nach oben gehangelt.

Mittlerweile ist mein Buch seit mehreren Wochen in den Top 10 in der Kategorie der Programmiersprachen → PHP und seit einigen Tagen ist es in den Kategorien Programmiersprachen->PHP und Programmiersprachen → weitere Programmiersprachen sogar immer wieder auf Platz 1 zu finden.

Rezensionen hab ich leider noch nicht so viele, aber ich bekomme immer wieder Feedback per E-Mail. Bei der ersten Auflage haben mich Leser noch auf 2 Fehler, die sich trotz Korrekturlesen im Mehr-Augen-Prinzip (hier vielen Dank für die fleißigen Korrekturleser und fürs Lektorat) eingeschlichen hatten. Bei selbst verlegten E-Books kann man diese zum Glück innerhalb von wenigen Stunden ausbessern. Das Papierbuch, das ca. ein halbes Jahr nach dem E-Book erschienen ist, ließe sich nur mit 2-3 Tagen Verzögerung schnell anpassen.

Hilfe von einem Literaturagenten hätte ich eventuell vor der Veröffentlichung des E-Books in Anspruch nehmen können, um die Buchbeschreibung zu optimieren und um einen erfahrenen Lektoraten vermittelt zu bekommen.

Insgesamt bin ich bei diesem Buch aber froh, keinen Agenten in Anspruch genommen zu haben. Denn wenn alle anderen Programmierbücher einen Agenten haben, warum stehe ich dann auf Platz 1? Ich bekomme vom Nettoverkaufspreis 70% gutgeschrieben – diese gehören zur Gänze mir (Einkommenssteuer usw. muss ich natürlich noch abliefern). Bei Verlagen sind es oft zwischen 15-20%, der Agent würde von dem Verdienst noch mal einen kleinen Anteil bekommen – steht ihm auch zu. Anscheinend regeln sich die Verkaufszahlen bei Amazon tatsächlich rein nach dem Bruttoverkaufspreis. Wenn der Inhalt okay ist, dann ist es den Kunden egal, ob ein Buch selbst verlegt oder in einem Verlag erschienen ist.

Für große Romanprojekte in der fiktiven Belletristik, bei denen ich mir erhoffe, dass sie ein Bestseller werden (Beststeller darf jeder Autor für sich selbst definieren), würde ich definitiv einen Agenten beauftragen, um mein Buch gut in den Handlungen zu platzieren. Sollte ich jedoch noch ein Sachbuch schreiben, werde ich aufgrund des bisherigen Erfolges es wieder komplett im Eigenverlag versuchen.

 

Größte Arbeitsschritte im Selbstverlag für ein Ratgeber-/Sachbuch:

  1. Buchthema festlegen
    1. Worum geht es?
    2. Was ist das Problem des Lesers?
    3. Wie kann das Buch das Problem lösen?
  2. Recherche
    1. Konkurrenzanalyse
    2. Was gibt es, zu welchen Problemstellungen gibt es noch keine Lösung?
    3. Wo gibt es noch Nischen?
    4. Was haben bisherige Bestseller gemeinsam?
      Kann ich etwas besser machen? (es gibt kein für alle Leser perfektes Buch)
    5. Wissensbeschaffung
  3. Buchaufbau planen
    1. Kapitel und Inhalt festlegen
  4. Buch schreiben
  5. Cover gestalten
    1. Fotos/Grafiken besorgen
    2. Layouten
  6. Buchrücken- bzw. Verkaufsseitentext festlegen
  7. E-Book bzw. Papierbuch gestalten und ausführlich testen (Amazon bietet dazu genügen Software und Anleitungen)
    1. E-Book vor allem auf korrekte Zeilen- und Seitenumbrüche, Inhaltsverzeichnis usw. kontrollieren
    2. Papierbuch auf korrekte Seitenumbrüche und Seitenzahlen kontrollieren
  8. Buchvorlage hochladen, Probeexemplar bestellen/herunterladen
  9. Buchpreis kalkulieren
  10. Zum Verkauf freigeben
  11. Leserfeedback beantworten und evtl. Vorschläge umsetzen
  12. Preise und Buchbeschreibungstext dem Markt anpassen (je nach Lust und Laune)

Von diesen Punkten übernimmt ein Literaturagent die meisten Punkte bis auf die Recherche und das Schreiben des Buches. Viel mehr vermittelt er zwischen Autor und den richtigen Leuten, die Profis in ihrem Fachgebiet sind. Beauftragt man einen Literaturagenten, so kann man bereits ein neues Werk beginnen, während sich der Agent um die Finalisierung des Projektes kümmert. Der Agent kann einem sagen, was seiner Erfahrung nach in dem Buch auf alle Fälle noch drinstehen sollte oder welche Teile man besser überarbeitet oder ganz entfernt. Der Agent übernimmt außerdem die Kommunikation mit Verlagen und darum, dass der Autor einen fairen Vertrag bekommt. Vor allem junge Autoren erzählen, dass sie anfangs den Fehler gemacht haben, ohne Hilfe eines Agenten oder sonstigen Profis im Literaturbereich einen Vertrag zu ihrem Nachteil unterzeichnet haben, nur um überhaupt bei einem Verlag unterzukommen. Genau für solche Fälle empfiehlt sich das Engagieren eines Literaturagenten. Diese haben oft gute Kontakte zu den richtigen Leuten in einem Verlagshaus. Die Verlage wiederum vertrauen darauf, dass erfahrene Agenten genau wissen, was sie haben wollen und das sie ihnen nur hochwertige Arbeiten liefern.

1 Kommentar

  1. Es ist sehr interessant von den Arbeitsweisen anderer Autoren zu erfahren. Ich stehe noch sehr weit am Anfang meines Autorendaseins. Da ich nun mein Manuskript fertiggestellt habe, such ich nun nach Möglichkeiten es als Buch zu veröffentlichen. Danke vielmals für die Tipps. Sehr interessant fand ich übrigens auch den Blog http://veroeffentlichen-heute.de . Dort konnte ich schon viel über die unterschiedlichen Chancen des Autors in Erfahrungen bringen.

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