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Schreibsoftware für Romanautoren

Steht man vor der schwierigen Aufgabe, einen Roman zu planen und anschließend zu schreiben, ist es meiner Meinung nach sehr empfehlenswert, eine der modernen Autorenprogramme zu verwenden. Ich habe vor Kurzem einen Artikel geschrieben, der die Vor- und Nachteile der Verwendung von Autorensoftware aufgezeigt hat.

Diese bieten gute Dienste während der Planung des Romans. Sie helfen, während dem Schreiben des Buchtextes den roten Faden nicht zu verlieren. Mit den hier vorgestellten Programmen ist es möglich, Kapitel und einzelne Szenen, Figuren, Schauplätze und Recherchematerial zu verwalten.

Scrivener – Der Klassiker

Hersteller: Literature & Latte Ltd.
Hier zu bekommen: http://www.literatureandlatte.com/scrivener.php
Preis: 40,- USD (ca. 31,- €uro im Dezember 2012)

Scrivener wird von sehr Autoren benutzt, die regelmäßig längere Texte schreiben. Mit der Software lassen sich Werke in einzelne Kapitel und diese sogar in einzelne Szenen zerlegen. Zu jeder Szene kann man Notizen anlegen, um so zum Beispiel in 1-2 Sätzen festzuhalten, was in der Szene passieren soll. Die einzelnen Szenen lassen sich in einer Textansicht ähnlich einer Büroschreibsoftware anzeigen, wo man den eigentlich Text tippt, man kann sich die Szenen aber auch in einer Karteikartenansicht oder tabellarisch darstellen lassen.

In der tabellarischen Ansicht lassen sich informative Spalten wie die Wortzahl oder der aktuelle Status der Szene einblenden. So kann man Szenen zum Beispiel die Statis ToDo, Done, u. a. zuweisen oder einfach herumschieben oder in Ordner zusammenfassen.

Bei der Recherche können Bilder, PDFs und sonstige Dateien einfach in das aktuelle Projekt eingefügt werden.

Auf der Homepage der Scrivener Autoren merkt man schnell, dass die Software ursprünglich für MacOS erstellt wurde. Innerhalb des Programmes ist zum Glück nicht mehr ersichtlich, dass sie nur für ein bestimmtes Betriebssytem optimiert wurde. Ich verwende sie unter Windows 7, Windows 8 und unter Linux mittels Wine. Sie läuft überall anstandslos, alle Features funktionieren und es gab noch keine Abstürze. Die Daten werden laufend abgespeichert, sobald man mal kurz zum Schreiben aufhört. So kann man nie vergessen, auf Speichern zu klicken, wenn man gleich nach dem Schreiben das Programm schließt oder es doch einmal zu einen Absturz oder Stromausfall kommen sollte. Dennoch bietet die Software die Möglichkeit, schnell Backups vom aktuellen Projekt zu erstellen. Dazu werden alle Projektdaten in einer kleinen ZIP-Datei zusammengefasst. Die Projektdaten selbst liegen auf einzelne, den Szenen entsprechenden, Dateien verteilt in einem Ordner beisammen.

Nach dem Download zeigt Scrivener eine englischsprachige Programmoberfläche an. Die deutschprachige Oberfläche und das deutschsprachige Wörterbuch lassen sich im Einstellungsmenü herunterladen. Das Wörterbuch kommt nicht an jenes von OpenOffice, MS Word und schon gar nicht an die Duden Wörterbuch Plugins heran, reicht aber für den Anfang – während dem Schreiben des eigentlichen Texte sollte man eh viel mehr versuchen, möglichst schnell mit dem Plot voranzukommen, für das Ausbessern von Fehlern ist danach genug Zeit.

Es gibt eine kostenlose 30-Tage-Testversion, in der man sich locker überzeugen kann, die 40,- USD gut zu investieren.

Mit Scrivener wird ein ausführliches Handbuch geliefert, viel interessanter finde ich aber die Lehrvideos auf Youtube & Co., welche die Basisfunktionen des Programms vorstellen.

Zusammengefasst sage ich zu Scrivener: Ich möchte keinen längeren Text mehr ohne Scrivener oder einer vergleichbaren Software planen und schreiben müssen. Ist man ein Autor, der für seine Geschichten zuerst einen roten Faden vorgeben möchte (oder mehrere Handlungsstränge verflechten möchte), so sollte man Scrivener auf alle Fälle testen. Für Autoren, die ihren Plan rein im Kopf haben (z. B. Stephen King) oder lieber mit Stift auf Papier niederschreiben, reicht aber jedes andere Schreibprogramm aus. Ich selbst und sehr viele andere Autoren verwenden dazu Scrivener.

Storybook – Die OpenSource Alternative

Hersteller:
Hier zu bekommen: http://www.novelist.ch
Preis: 0,- in der Standardversion; 34,90 US$ in der Pro-Version (ca. 26,50 €uro Ende 2012)

Storybook wird als OpenSource Software entwickelt. Das bedeutet, dass sich jeder diese Software kostenlos herunterladen und sogar den Programmcode ansehen kann. Nimmt man Änderungen am Programmcode vor, so müssen diese Änderungen wieder an das Projekt zurückgegeben werden. Weiters darf jeder die Software unverändert weitergegeben werden.

Wie die meisten anderen Autorenprogramme lassen sich Texte in Storybook in einzelnen Kapitel und Szenen organisieren und Figuren, Schauplätze sowie Handlungsstränge verwalten.

Etwas Besonderes an der Software ist Storybook Memoria. Damit lassen sich Figuren verfolgen und in Diagrammen darstellen, wann sie wo in der Handlung vorkommen. Figuren, Gegenstände und Handlungsorte werden darin verknüpft. Einfach ausprobieren, ob ihr damit was anfangen könnt – ist ja alles kostenlos.

Gefällt die Software, ist eine Anschaffung der Pro-Verison zu überlegen. Diese bietet weitere Verwaltungsmöglichkeiten von Figuren, Gegenständen, usw. sowie vor allem tolle Export- und Druckfunktionen. 34,90 US$ (bei aktuellen Kurz Ende 2012 ca. 26,50 €uro) bringen auch niemanden in den Ruin.

yWriter

Hersteller: Simon Haynes
Hier zu bekommen: http://www.spacejock.com/yWriter5.html
Preis: 0,-

Der Slogan auf der Herstellerseite (übersetzt aus dem Englischen lautet): YWriter – Eine kostenlose Autorensoftware erstellt von einem Autor und nicht einem Verkaufsmenschen. Dies soll wohl darlegen, wie praxisnah die Software entwickelt wird. Etwas schräg ist, dass gleich auf der Startseite die MacOS-User zu Scrivener weitergebeten werden. Wie bei jeder anderen Autorensoftware lassen sich Text in Kapitel und Szenen runterbrechen. Weiters lassen sich mit der Software Notizen zu den einzelnen Szenen als auch zu den Charakteren, Handlungsplätzen und zum Handlungsverlauf festhalten.

Auf der Herstellerseite schreibt Simon Haynes, aus dessen Hand yWriter stammt, dass er am Beginn seiner Karriere als Schriftsteller seine Texte in einzelnen Dateien in einem Textverarbeitungsprogramm geschrieben hat. Aber ab 20 000 Wörter aufwärts wurde das immer mühsamer, da er nicht mehr den Überblick über die einzelnen Szenen und Kapitel hatte und es mühsam war, wenn er schnell an eine andere bestimmte Stelle in der Handlung springen wollte. Er hat anschließend begonnen, die Kapitel in einzelne Dateien zu speichern, was wohl noch viel mehr Zeit kostete, als es sparen würde.

Da er zu diesem Zeitpunkt (eventuell jetzt noch immer) Programmierer war, war er es gewohnt, seinen Codezeilen in einzelne Module und Dateien aufzuteilen, um nicht den Überblick zu verlieren. Genau dasselbe wollte er mit seinen Buchtexten haben, somit entschloss er sich, YWriter zu erstellen. Weiters war ihm wichtig, dass die Software Snapshot Backups erstellen kann, um niemals seine Texte zu verlieren oder vor kaputten Dateien zu stehen. Oder um in einer älteren Version der Texte nachschauen zu können, falls eine Änderung nicht so gut verlaufen ist, wie er sich es erhofft hatte.

Die Software ist kostenlos, sogar frei von Toolbars, Werbeeinblendungen oder sonstigen Müll. Daher würde ich jeden angehenden Autor empfehlen, sich die Software auf alle Fälle genauer anzusehen. Bei gefallen und nach dem ersten veröffentlichten Buch könnte man natürlich den einen oder anderen Euro an den Ersteller als Dankeschön abtreten.

Zur Stabilität der Software kann ich persönlich nichts sagen, da ich sie noch nicht über längere Zeit im Einsatz hatte. Daher würde ich raten, die eingebaute Backupfunktion zu benutzen. Ich denke jedoch, dass die Software sehr ausgereift sein dürfte, da sie schon lange am Markt ist und sie mittlerweile (Ende 2012) bei Version 5 angelangt ist.

Payprus Autor – Das Non-Plus-Ultra unter den Programmen

Hersteller: R.O.M. logicware Soft- und Hardware GmbH, Berlin
Hier zu bekommen: www.papyrus.de
Preis: 169,- €uro

Sicher hat Papyrus Autor seinen Preis. Ich finde diesen aber durchaus berechtigt. Vielleicht ist es etwas zu teuer für das allererste Romanprojekt eines jungen Anfängerautors, aber genau dafür sollte es verwendet werden. Neben der Verwaltung von Kapitel, Szenen, Figuren, usw., was jede andere Software kann, ist die große Stärke von Papyrus Autor die eingebaute Text- und Satzbauerkennung. Es werden überflüssige Adjektive angezeigt (je weniger Adjektive, desto besser; siehe sämtliche bekannte Schreibbücher), ebenso grammatikalische Fehler. Die eine oder andere Stilblüte wird ebenfalls gefunden. Weiters bewertet die Software die Lesbarkeit des Textes. Die meisten Leser wollen sich, während sie einen Text konsumieren, entspannen und ein Abenteuer genießen und nicht erst komplizierte Wort- und Satzgeflechte entwirren müssen, um den Inhalt des Textes zu verstehen. Die Hersteller von Papyrus Autor werden bei ihrer Arbeit von zahlreichen Autoren mit Feedback versorgt, allen voran vor allem Andreas Eschbach, mit mehreren hunderttausend verkauften Büchern ein Fachmann auf seinem Gebiet. Mit dem Programm wird ein ausführliches Handbuch mitgeliefert, denn auf Grund der vielen Funktionen könnte es passieren, dass man anfangs etwas überfordert ist. Zum Testen ist eine kostenlose Demoversion auf der Herstellerseite erhältlich.

Zusammengefasst sage ich zu Papyrus Autor: Eine Software, die neben der Standardverwaltung vom Romanaufbau vor allem sprachliche Funktionen bietet, die sonst keine andere Software bieten kann. Neben Autoren, die ein gutes Manuskript abliefern wollen, vor allem für Selbstverleger und Lektoren Gold wert. Wer professionell Romane schreiben möchte, sollte diese Software auf alle Fälle gründlich austesten.

4 Kommentare

  1. Für linux gibt es noch den plume-creator. Jetzt nachdem yarny.me (online-software) down ist und der ywriter kaum noch mit wine zusammenarbeitet, vielleicht eine Alternative für den einen oder anderen Linuxuser. Viele Grüße

  2. ich hab keine ahnung, ob es hier richtig aufgehoben is, aber ich muss es einfach loswerden, ich bin so aufgeregt 🙂 ich hab die wahrscheinlich beste autorensoftware on earth gefunden: http://www.autorenprogramm.com/m/index.php nich genug, dass es so tolle funktionen hat, es hat ein intigriertes mindmapping!!! also ein echtes mindmapping, DANN hat es ein assoziationsprogramm!!! man gibt also seine stichpunkte ein und das programm schaut, was es daraus alles machen kann… nich zu fassen… und wenn es nich schon genug wäre, der programmierer ist eben auch autor und kennt alle kleinen und grossen herausforderungen, die ma beim schreiben zu bewältigen hat… die projektplanung kann man anhand einer deadline eingeben und es berechnet dann, wie viel ma schaffen muss, bis ma sein ziel auch erreicht hat. das is so sool… ja nee, aber das is noch nich genug!!! wenn mal nichts mehr gehen will, kommt der martin, also der programmierer, und hilft PERSÖNLICH!!!!!! das is wirklich nich zu fassen! und es is in der vollversion für einen kleinen preis zu bekommen. ich kann nur jedem der an texten arbeitet empfehlen, sich dieses programm anzuschauen! http://www.autorenprogramm.com/m/index.php was ich persönlich noch ganz witzig an dem programm finde: wenn ich am text arbeite, klingt es als würde ich wirklich auf der schreibmascshine tippen *hihi* (kann ma aber abschalten) ich find das programm so toll, dass ich mit meinem doch super umfangreichen lenormand- projekt auf das neue programm umgestiegen bin!!! JOY!

  3. Die Website für Storybook existiert nicht mehr, die Firma hat Konkurs angemeldet. Dafür ist sie als OSS-Projekt wiederbelebt worden und jetzt vollständig kostenlos.
    Zu finden unter ostorybook.wordpress.com.

    Lohnenswert ist vielleicht auch der Blick auf ZenWriter, wenn man sich, wie ich leicht ablenken lässt, oder auch dem neuen „Author“ innerhalb der freien Calligra Suite.

    Es tut sich was.

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