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Schreiben an mehreren Orten

Heute gibt es mal einen etwas technischeren Artikel rund ums Schriftstellen.

Früher reichte es, stets einen Schreibblock und ausreichend Stifte/Füllfedern mitzuhaben. Da die meisten Autoren mittlerweile auf einem Laptop, Stand-PC oder sonstigen elektronischen Geräte schreiben, kommt es oft vor, dass man auf Reisen entweder entsprechendes Gerät mitnehmen muss oder zumindest die Daten immer dabei haben sollte, um bei jeder Gelegenheit schreiben zu können. In diesem Artikel zeige ich euch einige Ideen, wie ihr das bewerkstelligen könnt.

Schreib-Laptop einrichten

Für Schriftsteller, die beim Thema Internet weniger versiert sind und keine Zeit hineinstecken wollen, um Daten über die Leitungen zu schleusen, kommen meist nicht drum herum, stets einen Schreiblaptop dabei zu haben. Ich empfehle dazu einen kleinen Laptop mit noch ausreichend großer Tastatur anzuschaffen, auf dem möglichst nichts installiert ist, als die Schreibsoftware. Spiele, Filme und vor allem E-Mail-Anwendungen und Web-Browser würden ständig ablenken. Es gibt die Klasse der sogenannten Netbooks. Diese sind oft unter oder knapp 1 kg schwer, haben nur 10 Zoll (ca. 25 cm) Bildschirmdiagonale und bieten dennoch meist eine vollständige Tastatur (ohne Nummernblock). Dafür bieten sie eine lange Akkulaufzeit (6-8 h) und sind günstig in der Anschaffung. Wer etwas mehr investieren möchte, dem kommt aktuell die Klasse der sogenannten Ultrabooks zugute. Diese sind ein Mittelding zwischen Netbook und klassischem Notebook und sind extra optimiert auf eine lange Akkulaufzeit und geringes Gewicht. Apple bietet hier das MacBook Air (Achtung aufpassen: Unter MacOS funktioniert zahlreiche Windows-Software nicht), HP bietet extra dünne Ultrabooks. Als klassische Laptops kann ich eine Empfehlung für die Marke Lenovo aussprechen: Diese sind günstig in der Anschaffung und bekannt für ihre Robustheit.

USB-Stick mitführen

Wer regelmäßig zwischen mehreren Wohnsitzen oder Arbeitsplätzen pendelt, unterwegs kaum schreiben möchte und überall seinen fixen Laptop/Stand-PC hat, der kann die Daten stets per USB-Stick mitführen. Vorteil ist, dass keine Daten auf dem jeweiligen PC zurückbleiben. Nachteil ist, dass man so einen USB-Stick schnell vergisst – sei es angesteckt an einem PC oder bei der Verwendung von verschiedenen Taschen.

Problem ist weiters, dass man – soweit man keine gängige Büroanwendung verwendet, überall die Schreibsoftware installieren muss. Technisch versierte Nutzer könnten versuchen, die Schreibsoftware direkt auf dem USB-Stick als „portable Anwendung“ einzurichten. Diese ist dann ohne Installation auf jedem PC sofort ausführbar.

Hierzu eignen sich zum Beispiel die Software Evalaze oder diese Anleitung für VirtualBox Thin App (englisch).

Daten via Cloud-Speicher synchronisieren

Eine Möglichkeit, die viele Autoren verwenden, ist die Synchronisierung von Dateiordnern via Cloud-Speichern wie Dropbox (Sponsor-Link), Ubuntu One oder Microsoft Skydrive oder Google Drive.

Bei sämtlichen Angeboten erhält man kostenlosen Speicherplatz im Gigabyte Bereich, dies sollte für einige längere Bücher und dem dazugehörigen Recherchematerial reichen.

Nach der Installation der jeweiligen Cloud-Software muss man einen Ordner auf der lokalen Festplatte wählen, der synchronisiert werden soll. Ändern sich fortan Dateien im Ordner, laden die Cloud-Anwendungen diese automatisch zu Servern in der „Cloud“, also die irgendwo auf der Welt ans Internet angeschlossen und speziell gegen unbefugte Zugriffe abgesichert sind. Hat man irgendwo auf einem zweiten Computer die Cloud-Anwendung installiert, erhält diese die Nachricht, dass sie den lokalen Ordner synchronisieren neu herunterladen soll, sobald eine Internetverbindung besteht.

Vorteil der Verwendung von Cloud-Speichern ist, dass man stets auf allen Geräten den aktuellen Stand der Daten hat, sobald sie mit dem Internet verbunden sind. Außerdem hat man immer ein Onlinebackup, sollte z. B. das Schreibgerät abhandenkommen.

Gefahr ist, dass man etwas beim Synchronisieren falsch einrichtet. So hatte ich mal einen PC, bei dem das Datum immer wieder falsch gestellt wurde. Hatte ich dort Änderungen gemacht, so wurden diese sofort mit den Daten aus der Cloud überschrieben, sobald ich eine Internetverbindung herstellte. So habe ich mal ein ganzes Kapitel verloren – und das während eines NaNoWriMo. Vorher also testen und regelmäßig zusätzliche Backups lokal speichern.

Online Office-Anwendungen verwenden

Verwendet man keine spezielle Schreibsoftware und tippt seinen Text in Word, OpenOffice o.ä. in einfache Textdokumente ein, so bietet sich die Verwendung  von online Anwendungen an. Google bietet mittels Google Drive (früher Google Docs) eine Art kostenloses Office im Browser mit einigen GB freien Speicherplatz an. Die wichtigsten Features von den gängigen offline Office Programmen sind enthalten (Formatierungen, Überschriften, Seitenumbrüche, usw.). Ganz großer Vorteil ist, dass die Dokumente ununterbrochen gespeichert werden, sobald man tippt. Nachteil ist, dass man ohne Internetverbindung nur beschränkt auf die Dokumente zugreifen kann. Verwendet man Google’s Browser Chrome, kann man nach dem synchronisieren mit dem Online Speicher die Dokumente weiter im Browser öffnen und bearbeiten und sie werden wieder hochgeladen, sobald man eine Internetverbindung hat. Google bietet dazu mittlerweile sogar eigene Laptops (Chromebooks) an, die fast vollständig auf eine Festplatte verzichten und nur mehr die Anwendungen im Browser wie eine normale lokal installierte Anwendung verwenden. Diese Laptops sind sehr günstig in der Anschaffung, da das gesamte Betriebssystem im Web läuft, ist man stets auf dem aktuellen Stand und muss keine Angst vor Viren haben.

Nachteil ist, dass man an Google gebunden ist. Sollte einmal der Fall eintreten, dass Google zu sperrt oder seine Netzzugänge verliert, so hat man keinen Zugriff mehr auf seine Daten. Man kommt also nicht um regelmäßige lokale Backups herum.

Microsoft bietet mit Skydrive ebenfalls online Versionen von Word, Excel & Co. an, ich persönlich habe damit aber keine guten Erfahrungen gemacht. Hoch und runter geladene Dateien hatten meist Formatierungsprobleme und die Onlineanwendung hat mehrmals kryptische Fehlermeldungen ausgespuckt. Vielleicht hat es sich bereits gebessert.

Eigene Internet-Cloud einrichten

Für technische ganz versierte Nutzer, die ihre Daten nicht fremden Cloud-Betreibern anvertrauen möchte, bietet sich auch die Möglichkeit, einen eigenen Server dafür einzurichten. Dafür bietet sich zum Beispiel die Software OwnCloud an. Für diese benötigt man einen Server, der die Features Apache, PHP und MySQL aufweist. Wer mit diesen Begriffen nichts anfangen kann, muss wohl etwas mehr Zeit in die Suche nach einem geeigneten Server investieren und die Installationsanleitungen genau studieren.

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