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Besser Schreiben: Die direkte Rede

Wer spricht

Die sprechende Person sollte am Besten aus der Handlung heraus erkennbar sein. Natürlich muss das nicht zwanghaft erreicht werden. Kein Problem ist stets die Verwendung des Namens und dem Verb „sagte“. Andere Verben sollten vermieden werden, das wirkt meist zu aufgesetzt. Wie jemand etwas sagt, sollte viel besser aus der Handlung erkennbar sein.

Das Kind schaute seine Mutter mit großen Augen an und sagte: „Darf ich ein Eis haben?“ Sie verdrehte die Augen und sagte: „Nein, zu Hause gibt es gleich Mittagessen.“

Wenn nur zwei Personen miteinander sprechen, könnte es ausreichen, nur einmal zu definieren, wer gerade spricht. Somit steht der Dialog viel mehr im Vordergrund.

Der Mann sagte zur Frau: „Her mit deiner Tasche oder ich schlitze dir die Kehle auf!“

„Hier, du kannst sie haben, lass mich bitte gehen.“

„Hier ist kein Geld drinnen und wo versteckst du dein Handy?“

„Hier, du kannst alles haben, lass mich bitte in Ruhe.“

Mit nur einer Ankündigung dürfte klar sein, wer wann spricht. Im Laufe der Rede wird sogar mitgeteilt, dass die Frau die Tasche übergibt, das muss nicht noch einmal geschrieben werden. Ebenso, dass der Dieb die Tasche öffnet und durchsucht. Der Leser kann sich selbst denken, dass der Mann enttäuscht schauen wird, dass kein Geld drinnen sein wird.

Die direkte Rede ankündigen

Um es noch mal zu wiederholen: Kündige Reden am Besten mit er/sie/es sagte an, ohne weiterem Adjektiv (also nicht: sagte laut, sagte kaum hörbar) – Ausnahmen bestätigen die Regel. Alternativ kündige die Rede gar nicht an, sondern lass die Handlung für sich sprechen bzw. zeigen die Redezeichen (richtige Setzung  der Zeichen siehe weiter unten) bereits an, dass jemand etwas sagt.

Beispiele:

  • Er sagte: „Komm zu mir rüber, wenn du dicht traust!“
  • Er haute mit der Faust auf den Tisch.
    „Komm zu mir rüber, wenn du dich traust!“

Beispiele, wie es nicht gemacht werden sollte:

Er schrie bösartig: „Komm zu mir rüber, wenn du dich traust!“

Korrekte Zeichensetzung

Im Deutschen setzt man zuerst ein doppeltes Anführungszeichen unten und am Ende der Rede ein doppeltes Anführungszeichen oben. „…“
Schreibt man zuerst die Rede und beschreibt dann erst, wer gesprochen hat, so ist folgende Zeichensetzung korrekt:
„Ich möchte ein Eis“, sagte das Kind zu seiner Mutter.
Hier sollten in der Rede nur kurze Sätze in der Rede verwendet werden, wenn vorher nicht klar ist, wer jetzt gerade redet.

Im Englischen verwendet man oft spitze Anführungszeichen: »…«
Viele Übersetzer übernehmen diese Zeichensetzung bei der Übersetzung ins Deutsche. Umgekehrt ist es so gut wie nie der Fall, dass die deutsche Zeichensetzung in andere Sprachen übernommen wird, sondern sie wird dann meist durch spitze Klammern ersetzt.
Im Spanischen ist die Verwendung der spitzen Klammern in umgekehrter Schreibweise üblich: «…»

Für Verlage gibt es aber keine gesetzliche Vorgabe, sondern es wird von jedem Verlag selbst geregelt und vom Lektor so gesetzt. Bei der Einreichung eines Textes wäre es sicher von Vorteil, wenn man Bücher von dem Verlag kennt und die Zeichen so setzt, wie es bei dem Verlag üblich ist.

 

1 Kommentar

  1. Wie sieht es in der direkten Rede mit Herr und Frau aus?
    Schreibt man „Guten Tag, Hr. ABC …“ oder „Guten Tag, Herr ABC…“

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