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Schneller Lesen

Als Autor ist es wichtig, viel zu lesen. Nicht um später abschreiben zu können, sondern um sich sprachlich weiterzubilden. Wer viel liest, bekommt ein Gefühl, was gut und was schlecht geschrieben ist und kann dies für die eigenen Texte verwenden. Vor allem in der Überarbeitungsphase des eigenen Textes ist es sehr nützlich, Sätze zu erkennen, die einen Leser schlecht aufstoßen könnten.

Es gibt einige Techniken, mit denen man es schaffen kann, schneller und somit mehr zu lesen.

Wie schnell lesen ist möglich?

Der deutschsprachige Duschschnittleser schafft zwischen 150-300 Wörter pro Minute. Mit etwas Training lässt sich dieser Wert auf 400-600 Wörter steigern. Dabei ist es wichtig, dass die gelesenen Wörter und Sätze immer noch Sinn erfassend wahrgenommen werden. Es gibt Leute, die es mit viel Training geschafft haben, diesen Wert auf 700-1000 Wörter pro Minute zu steigern und in Tests nachgewiesen haben. Dabei werden ihnen Texte einer bestimmten Länge vorgelegt, sie lesen ihn und es wird gestoppt, wenn sie sagen, dass sie fertig sind. Danach wird der Text verdeckt und einige Fragen zum Inhalt gestellt, damit bewiesen ist, dass sie den Text auch verstanden haben. Bei vielen Fachtexten reicht es, wenn man ihn quer liest, das heißt die Augen in etwa diagonal über die Seite wandern und automatisch bei wichtigen Wörtern oder Namen/Daten kurz hängen bleiben, um diese zu erfassen. Bei Romantexten ist das weniger sinnvoll oder sogar weniger gewollt, um keine Handlungsdetails auszulassen.

Wie liest man (das Gehirn) eigentlich?

Das Gehirn liest Wörter nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern erfasst bei bekannten Wörtern nur ihren Rahmen (Außenkanten links/rechts/oben/unten für jedes Wort, teilweise sogar für Wortgruppen). Diese Technik eignet sich das Gehirn, sofern man keine Legasthenie hat, innerhalb weniger Monate nach dem Lernen der ersten Buchstaben an.

Wenn Sie in viel deutscher Sprache gelesen haben, sollte die Verarbeitung des folgenden Textes kein Problem darstellen:
„Luat enier sidtue an eienr elgnhcsien uvrsnäiett, ist es eagl in wcheler rhnfgeeloie die bstuchbaen in eniem wrot snid. das eniizg whictgie ist, dsas der etrse und der lztete bstuchbae am rtigeichn paltz snid. der rset knan tatol deiuranchnedr sien und man knan es ienrmomch onhe porbelm lseen. das legit daarn, dsas wir nhcit jeedn bstuchbaen aeilln lseen, srednon das wrot als gzanes.“

Das Problem der Langsam-Leser

Die meisten Leser sprechen den Text im Geiste einem imaginären Leser vor. Sie formen die Wörter audiotechnisch in ihrem Gehirn, was sehr viel Zeit beansprucht. Vorlesen geht höchstens mit 250-300 Wörtern sinnvoll. Möchte man schneller lesen, ist es ein Ziel, sich den Text im Kopf nicht vorzusagen. Man muss die Augen zwingen, schneller zu lesen, als das Gehirn die Wörter in gesprochene Sprache umsetzen kann. Dies erfordert einiges an Training, lässt sich aber bei täglichem Training in wenigen Tagen/Wochen schaffen.

Versuche doch einfach, den vorigen Absatz möglichst schnell mit den Augen zu überfliegen, ohne dir den Text im Kopf „laut“ vorzulesen. Du wirst merken, dass du dennoch den Sinn erfassen kannst. Wenn du diese Art zu lesen noch nicht gewohnt bist, dann ist sie anfangs sehr anstrengend, da man nicht die Konzentration verlieren darf.

Den eigenen Text für Schnellleser optimieren

Möchte man Schnellleser gut bedienen und ihnen ein entspanntes Lesen ermöglichen, ist es sehr wichtig, den Text für diese richtig zu strukturieren. Es kommt dabei noch darauf an, für welches Medium man schreibt. Auf Papier sind längere Absätze möglich als z. B. auf Websites, die auf verschiedenen Bildschirmen angeschaut werden können.

Schreibt man fürs Web, ist eine Faustregel, nicht mehr als 2-3 Sätze pro Absatz zu machen. Auf Papier sind längere Absätze möglich, leere oder kurze Zeilen helfen jedoch sehr, dass der Leser nicht die aktuelle Zeile aus den Augen verliert. Natürlich sind auch kurze und wenig verschachtelte Sätze sinnvoll, v.a. beim Lesen von Romanen möchten sich die meisten Leser entspannen.

Software, die beim Training hilft

Schnell lesen, v.a. das oben erwähnte Lesen, ohne sich den Text „laut“ im Kopf vorzusagen, kann trainiert werden. Hilfreich ist dabei verschiedene Software, ich habe einige Smartphone Apps und Browser Erweiterungen ausprobiert und kann die folgenden empfehlen:
lesen1Schneller Lesen
Android
iOS
In dieser App wird zuerst das eigene Lesetempo getestet und anschließend wird man laufend mit neuen Leseübungen trainiert und das Tempo von Tag zu Tag gesteigert. Tests erfolgen in regelmäßigen Abständen, damit man den Fortschritt messen kann.

 

 

lesen2Spritz (Browser Erweiterung, App, Software)
Website
Dieses Projekt hat eine kleine Anwendung entwickelt, die einen Text Wort-für-Wort in einer Box anzeigt und dabei immer an einem bestimmten Buchstaben zentriert. Die Darstellung der Wörter ist darauf optimiert, damit sie innerhalb von Millisekunden vom Gehirn erfasst werden können. Bei dem Plugin lassen sich die Wörter pro Minute einstellen. Bei jedem Leser anders beginnt man ab einer gewissen Geschwindigkeit automatisch, dass man die Wörter nur mehr erfasst, sie sich aber nicht mehr geistig vorliest. Darüber folgt ein kleiner Bereich von geschätzten 50-100 Wörtern, in denen man den Text Sinn erfassend lesen kann. Mit etwas Training lassen sich immer höhere Geschwindigkeiten einstellen.
Verwenden Sie Firefox oder Chrome, fügen Sie doch ein neues Lesezeichen zu ihrer Sammlung hinzu und geben Sie als Zielseite folgenden Wert ein:

javascript:(function(){function%20loadScript()%7Bvar%20script=document.createElement(%27script%27);script.setAttribute(%27type%27,%27text/javascript%27);script.setAttribute(%27charset%27,%27UTF-8%27);script.setAttribute(%27async%27,%27true%27);script.setAttribute(%27src%27,%27https://sdk.spritzinc.com/js/1.2/bookmarklet/js/SpritzletOuter.js%3F%27+(new%20Date().getTime()).toString().substring(0,7));document.documentElement.appendChild(script);script.onload=script.onreadystatechange=function()%7Bvar%20rs=script.readyState;if(!rs%20||%20rs===%27loaded%27%20||%20rs===%27complete%27)%7Bscript.onload=script.onreadystatechange=null;Spritzlet.init();}};}if(window.Spritzlet)%7BSpritzlet.activate();}else%7Bwindow.Spritzlet=window.Spritzlet%20||%7B};window.Spritzlet=%7Borigin:window.location.protocol+%27//%27+window.location.host,loaderVersion:1.0};loadScript();}})();

Wenn Sie dann auf einer Seite einen Text markieren und auf dieses Lesezeichen klicken, dann öffnet sich das Spritzfenster und der Text wird daran „abgespielt“.

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