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Neue Amazon KDP E-Books Verrechnung – Bezahlung pro gelesener Seite (mit aktuellen Zahlen)

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt – soweit ihr auf Amazon veröffentlicht – stellte Amazon im Juli die Bezahlung für die E-Book Leihbücherei (Kindle Unlimited) um. Es wird jetzt nicht mehr pro geliehenem Buch bezahlt, sondern pro gelesener Seite. »Pro Seite, wie soll das bei E-Books gehen?!«, denkt ihr jetzt sicher.

Amazon definierte dafür eine Einheitsseite, diese wird KENPC genannt (unabgekürzt: Kindle Edition Normalized Page Count Version 1.0). Die Textlänge zählt Amazon dabei mit einer speziellen Standardschrift und -größe. Zu beachten ist, das Amazon erst ab der Standard-Start-Leseposition die Seiten zählt. In der Regel ist dass der Beginn des ersten Kapitels, nach dem Inhaltsverzeichnis, Impressum, etc. Bilder und Tabellen werden berücksichtigt, somit kommen Sachbücher auf ihre Kosten.

Grund ist, dass viele Autoren erkannten, dass es Sinn machte, lange Romane zu zerstückeln, da für KU Leihbücher immer der gleiche Betrag, unabhängig vom Inhalt, gezahlt wurde. Egal ob es sich um eine 60 Seiten Kurzgeschichte oder einen 1000 Seiten Schmöker handelte.

Der erste Bericht ist da!

Nun ist der 15.8. verstrichen und alle Autoren, die schon nervös auf ihren aktuellen Bericht warteten, bekamen endlich ihre Zahlen.
Ich persönlich kam auf exakt € 0,00531 pro Seite.

Zum Vergleich: Im Juni kam ich auf € 1,23 pro geliehenem Buch, unabhängig von der Länge und wie weit die Bücher gelesen wurden.

So könnte man z. B. folgende Annahme hochrechnen:

Ein Autor verkauft einen 300-Seiten-Roman, dieser wurde in einem Monat 100 mal ausgeborgt. Davon wurde er 70 mal komplett gelesen, 20 mal zu 50% und 10 mal gar nicht.

Bisher (mit der Vergütung vom Juni) bekam der Autor 100 x € 1,23 = € 123,-

Neu:

70 * 300 * € 0,00531 = € 111,51

20 * 150 * € 0,00531 = € 15,93

Summe: € 127,44

Ein geringer Unterschied von zusätzlichen € 4,44.

 

Hätte der Autor das Buch auf 3 Bücher mit je 100 Seiten gesplittet und dafür 300 Stück verliehen, wäre der alte Gewinn

300 * € 1,23 = € 369,-

Es würden jedoch in Summe nicht mehr Seiten gelesen werden, also beim neuen System bleiben es in dieser Rechnung € 127,44 – ein »Verlust« von € 241,56!

(Falls ich mich verrechnet habe, bitte ein Kommentar hinterlassen!) 🙂

Ich persönlich finde dennoch das neue System gut, so wird der E-Book Bereich nicht mehr mit 20-teiligen Buchserien überschwemmt, die locker als 2-3 Bücher zusammengefasst werden könnten. Außerdem wird sich durch die Umstellung hoffentlich die Textqualität steigern, weil die Autoren nicht mehr so schreiben, eine große Masse an Text zu genieren, sondern wieder so schreiben müssen, dass die Leser zum Weiterlesen motiviert werden.

2 Kommentare

  1. Pingback: Tolino-Media.de im Test – So reichen Sie Ihr Buch ein | Autorenblog.at - Klaus Thenmayer über Schriftstellen, Bücher und Selbstverlag

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